Leitlinien Landentwicklung

Leitsätze der Landentwicklung

Herausragendes Ziel der Landentwicklung ist es, die Gleichwertigkeit der Lebensverhältnisse für die ländlichen Räume in Deutschland insbesondere unter den Bedingungen der Globalisierung und des demographischen Wandels nachhaltig zu sichern.

Im Mittelpunkt einer auf die Zukunft ausgerichteten Landentwicklung stehen daher die von einer aktiven Bürgerbeteiligung getragene Stärkung der Eigenkräfte der ländlichen Räume, die Unterstützung des Erhalts und der Schaffung von Einkommensquellen in den ländlichen Räumen, die Zukunftssicherung ländlicher Gemeinden und die Unterstützung einer nachhaltigen Landnutzung.

Die Landentwicklung unterstützt mit ihren Instrumenten nach den Vorgaben dieser Leitlinien die ländlichen Räume insbesondere gemäß den nachfolgenden Leitsätzen.

Ländliche Räume als Arbeitsräume für Landwirtschaft und Forstwirtschaft erhalten und wirtschaftliche Beschäftigung beleben

  • Landentwicklung unterstützt dauerhaft die Wettbewerbsfähigkeit der Land- und Forstwirtschaft und begleitet den Strukturwandel im Hinblick auf das Ziel nachhaltiger Landnutzungsformen.
  • Landentwicklung unterstützt die Diversifizierung, die regionale Wertschöpfung und Initiativen zur Versorgung mit erneuerbaren Energien.
  • Landentwicklung stärkt Infrastrukturen durch die Sicherung und Schaffung bedarfsgerechter Ortsverbindungs- und Wirtschaftswege sowie Breitbandversorgung.
  • Landentwicklung trägt dazu bei, die Vermögenswerte in ländlichen Räumen zu erhalten.
  • Das Zusammenwirken aller Instrumente der Landentwicklung verbessert die Rahmenbedingungen für Unternehmen und Existenzgründer, auch im außerlandwirtschaftlichen Bereich, trägt zu besseren Einkommensmöglichkeiten in ländlichen Räumen bei und unterstützt Unternehmensansiedlungen.

Regionale und gemeindliche Entwicklung stärken

  • Die integrierte ländliche Entwicklung fördert Vorhaben der interkommunalen Zusammenarbeit und stellt sich den Herausforderungen der demografischen Entwicklung einschließlich der damit einhergehenden Schrumpfungsprozesse.
  • Die Planungs- und Steuerungsinstrumente ILEK und ILE-Regionalmanagement sowie der Leader-Ansatz werden zur Stärkung der regionalen Identität und der lernenden Partnerschaft sowie für Anpassungsprozesse (Change-Management-Prozesse) genutzt. Diese Bottom-up-Ansätze stärken in Verbindung mit öffentlich-privaten Organisationsstrukturen Eigeninitiative und Eigenverantwortung der Bevölkerung für regionale Entwicklung.
  • Die Innenentwicklung der Dörfer einschließlich der Sicherung der Grundversorgung ist eine zentrale Aufgabe der Landentwicklung. Mit Entwicklungskonzepten werden die notwendigen Investitionsentscheidungen vorbereitet.
  • Dorfentwicklung und ländliche Bodenordnung unterstützen die Umsetzung von Infrastrukturmaßnahmen, die Dorfinnenentwicklung und den ländlichen Tourismus.

Natürliche Lebensgrundlagen und kulturelles Erbe bewahren und entwickeln

  • Ländliche Bodenordnung ermöglicht partnerschaftliche Lösungen für Flächen beanspruchende Vorhaben. Sie unterstützt zum Beispiel den Aufbau von länderübergreifenden Biotopverbundsystemen, naturschutzfachlichen Verbundnetzen, landschafts- und standortgerechte Flächennutzungen mit Erhalt des Grünlandes, naturnahe Gewässerentwicklungen oder großflächige Hochwasserschutzmaßnahmen.
  • Landentwicklung trägt zum Klimaschutz bei und unterstützt mit ihren Instrumenten die notwendigen Anpassungsmaßnahmen.
  • Landentwicklung trägt zu einer nachhaltigen Entwicklung im Sinne der Agenda 21 bei, unterstützt die Biodiversitätsstrategien im Sinne der Sicherung und Entwicklung der Vielfalt von Arten, Lebensräumen sowie genetischen Ressourcen und unterstützt die Schaffung geschlossener Stoffkreisläufe.
  • Ländliche Bodenordnung ermöglicht die Umsetzung von Ökopools, Ökokonten und Ersatzzahlungsprojekten auf der Grundlage von Naturschutzfachplanungen.
  • Ländliche Bodenordnung und Flächenmanagement tragen nachhaltig zum zügigen Ausbau erneuerbarer Energien bei.
  • Ländliche Bodenordnung und Flächenmanagement tragen zur Reduzierung des Flächenverbrauchs und Lösung von Nutzungskonflikten bei.

 

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