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Jahrestagung 2020 "Chancen und Perspektiven ländlicher Räume in Brandenburg"

Gleichwertige Lebensverhältnisse – ein Thema, das aktueller nicht sein könnte. Durch das Bekenntnis von Bund und Ländern zu gleichwertigen Lebensverhältnissen sowie den Ergebnissen der Kommission "Gleichwertige Lebensverhältnisse" unterliegen die ländlichen Räume inzwischen einer veränderten Be-trachtungsweise. Darüber hinaus haben Entwicklungen wie die COVID-19-Pandemie, Klimawandel und Digitalisierung nicht weniger zu einer Verschiebung dieses Blickwinkels beigetragen.

Im Rahmen der Jahrestagung 2020, die im Forum Ländlicher Raum – Netzwerk Brandenburg in Neuseddin stattfand, diskutierten unter anderem Brandenburgs Landwirtschaftsminister Axel Vogel, Ralf Wolkenhauer (Unterabteilungsleiter „Ländliche Entwicklung“ im BMEL) sowie Prof. Dr. Peter Dehne (Hochschule Neubrandenburg) über Chancen und Perspektiven ländlicher Räume. Es ging darum, welche Potenziale in den ländlichen Räumen, insbesondere in Brandenburg liegen, welche Faktoren zu gleichwertigen Lebensverhältnissen führen sowie welches aktuelle Herausforderungen im ländlichen Raum sind.

In seiner einleitenden Rede betonte Brandenburgs Landwirtschaftsminister Axel Vogel, dass gleichwertige Lebensverhältnisse nicht Gleichmacherei bedeutet, sondern es vielmehr um die Schaffung gleicher Chancen in allen Regionen geht. Weiterhin stellte er heraus, dass Kohleregionen, wie beispielsweise die Lausitz, nicht ausschließlich als Industrieregion betrachtet werden dürfen, sondern an erster Stelle als ländlichen Raum. "Brandenburgs ländlicher Raum hat großes Potenzial, jedoch ist dieses regional verschieden. Gerade die Digitalisierung ist an dieser Stelle ein wesentlicher Faktor, der zur Entwicklung des ländlichen Raums und somit zu gleichwertigen Lebensverhältnissen beiträgt.", so Axel Vogel über die Perspektiven in Brandenburg. Die Integrierte Ländliche Entwicklung und LEADER als Methoden und Förderinstrumente werden für die Entwicklung der ländlichen Räume in Brandenburg erfolgreich umgesetzt.

Nach einem ersten thematischen Einstieg in das Thema "Gleichwertige Lebensverhältnisse in Deutschland" und einer kurzen Beschreibung der aktuellen Situation im ländlichen Raum, durch Ralf Wolkenhauer, folgte eine Podiumsdiskussion mit Landwirtschaftsminister Axel Vogel, Ralf Wolkenhauer, Dr. Tobias Bischof-Niemz (ENERTRAG AG) sowie Ellen Rußig (Seenland Oder-Spree e.V.). Es wurde insbesondere über den Corona-bedingten Tourismussommer sowie die Akzeptanz erneuerbarer Energien im ländlichen Raum diskutiert.

Welche besondere Bedeutung der ländliche Raum auf die Lebensqualität hat, stellte Prof. Dr. Peter Dehne in seinem Vortrag dar. Der durch den demografischen Wandel ausgelöste Wettbewerb der Regionen um Bewohner ist vielerorts sichtbar. Das ist der Grund, warum es entscheidend ist, auf allen Ebenen (Bund und Länder, Landkreise, Gemeinden und Dörfer) gute Rahmenbedingungen zu schaffen. An dieser Stelle "brauchen wir keine neuen Welten, wir brauchen einen Spiegel", der das Potenzial aufzeigt. Vor dem Hintergrund der COVID-19-Pandemie ermutigt Prof. Dr Peter Dehne, die "Krise als Gelegenheit und Katalysator für Modernisierung und Veränderung" zu nutzen.

In der darauffolgenden Podiumsdiskussion mit Wolfgang Roick (Mitglied des Landtages Brandenburg), Prof. Dr. Peter Dehne sowie Frank Schütz (Bürgermeister der Gemeinde Golzow/Oderbruch) wurden die Arbeit und Ergebnisse der Enquete-Kommission "Zukunft der ländlichen Regionen vor dem Hintergrund des demografischen Wandels" (EK 6/1) sowie politische Möglichkeiten zur Stärkung des ländlichen Raums diskutiert.

In seinem Schlusswort verwies der Vorsitzende der ArgeLandentwicklung, Dr. Harald Hoppe, u.a. darauf, dass sich die ARGE derzeit intensiv mit der zukünftigen Ausrichtung der ländlichen Entwicklung in Deutschland befasst. Bis zur Plenumssitzung der ArgeLandentwicklung im Februar 2021 soll ein Ent-wurf eines Grundsatzpapiers vorliegen.

Für das Land Brandenburg wird in Kürze eine Broschüre LAND.LEBEN.GESTALTEN zur Entwicklung der ländlichen Räume erscheinen.