Netzwerk Nahverkehr

Dass der Personen-Nahverkehr in den ländlichen Räumen in seiner jetzigen Organisationsform nicht zukunftsfähig ist, ist Konsens. In Rheinland-Pfalz gibt es im Hunsrück mittlerweile mehrere Initiativen, um den Nahverkehr mit alternativen Bedienformen zu organisieren. Auch die Landesregierung von Rheinland-Pfalz, die Landkreise als Aufgabenträger und die Verkehrs­verbünde haben bereits Modellprojekte gestartet um alternativen Bedienformen zum Durchbruch zu verhelfen. Diese modernen Konzepte, wie z.B. Jugendtaxis, Bürgerbusse, Anruf-Sammeltaxis, Anruf-Nahverkehrsdienste oder Service-Stationen sollen einer breiteren Öffentlichkeit und vor allem den für den Nahverkehr Verantwortlichen bekannt gemacht werden.

Bei allen diesen Initiativen hat sich ein großer Schatz an Erfahrungen und auf Personen gebundenes Wissen gebildet, von dessen Austausch viele Gemeinden und Kreise im Rahmen der Informationsbeschaffung profitieren könnten. Der rheinland-pfälzische Verkehrsminister Hendrik Hering hat den flexiblen Nahverkehrssystemen in seinem neuen Strategiepapier ein eigenes Kapitel gewidmet. Er hat dringend empfohlen, alle Akteure miteinander zu vernetzen.

Der Netzwerkstart im August 2008 fand erfolgreich mit 30 Teilnehmern statt. Weitere Partner wurden integriert. Die 2. Sitzung im November 2008 hatte als Hauptergebnis die Bildung einer Arbeitsgruppe Bürgerbusse zur Folge. Bei einem Treffen der AG Bürgerbusse im Dezember 2008 wurden sieben verschiedene, existierende und geplante Bür­gerbusprojekte von den jeweiligen Initiatoren vorgestellt. In der Ar­beitsgruppe Bürgerbusse sollen folgende Fragen weiter vertieft wer­den:

  • Vorstellung aller bereits bestehenden aktuellen Nahverkehrskon­zepte
  • Rechtliche Rahmenbedingungen
  • Finanzierungsmöglichkeiten
  • Mögliche Begleitung durch LEADER Organisationsformen und Fahrplankoordi­nie­rungen
  • Gemeinsame Abstimmung der Öffentlichkeitsarbeit

Eine Präsentation der Protokolle ist auf www.landschafft.rlp.de zu sehen.

Im Februar 2009 fand eine Schulung der „Akademie Ländlicher Raum“ zu dem Thema „Flexible Nahverkehrskon­zepte für ländliche Räume“ mit 60 Teilnehmern statt. Deren Ergebnisse sind im Internet doku­mentiert. Bei einem weiteren Termin im März 2009 wurden vor allem die Erarbeitung eines Projektleitfadens „In vier Schritten zum Bürgerbusprojekt“ besprochen. Ein nächstes Treffen ist für Herbst 2009 ge­plant, sobald weitere konkrete Ergebnisse zu besprechen  und auszuwerten sind.

Die im Netzwerk Nahverkehr geknüpften Kontakte und verbreiteten Informationen zahlen sich jetzt bei der Umsetzung von verschiedenen Nahverkehrsprojekten aus.

Die Experten imNetzwerk sind Ansprechpartner für ähnliche Projekte im ganzen Land. Es wird angestrebt, weitere Akteure im ländlichen Raum zum Thema Mobilität einzubeziehen. Dar­aus sollen in mehreren Schritten möglichst konkrete Projekte bzw. zusammen­fassende Pro­gramme entwickelt werden, die längerfristig auf Lan­desebene übertragen werden können. Al­ternative Be­dienformen als Ergänzung zum öffentlichen Personennah­ver­kehr sollen mit ihren Angeboten die verkehrliche Grundversor­gung sicherstellen.

Betreuender Partner ist das Dienstleistungszentrum Ländlicher Raum Rheinhessen-Nahe-Hunsrück (Dienstsitz Simmern)


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